Analytik
CAS-Nummer verifizieren: PubChem, ChemSpider, Registerlogik
Eine CAS-Nummer wirkt wie ein beliebiges Kürzel, ist aber ein weltweit eindeutiger Registrierungscode für eine spezifische chemische Substanz. Sie lässt sich mit wenigen Klicks gegen öffentliche Datenbanken verifizieren, ohne dass dafür ein eigener Datenbankzugang nötig wäre.
Was eine CAS-Nummer ist
Die Chemical Abstracts Service, ein Dienst der American Chemical Society, vergibt seit Jahrzehnten fortlaufende Registrierungsnummern für chemische Substanzen. Das Format folgt einem festen Muster aus Ziffernblöcken mit einer abschließenden Prüfziffer, die sich aus den vorangehenden Ziffern berechnet.
Diese Prüfziffer erlaubt eine erste, sehr einfache Plausibilitätsprüfung: Stimmt sie nicht mit der berechneten Prüfziffer überein, ist die Nummer bereits formal fehlerhaft, unabhängig davon, welche Substanz sie eigentlich bezeichnen sollte.
Verifizierung über PubChem
PubChem, eine öffentlich zugängliche Datenbank des amerikanischen National Center for Biotechnology Information, führt zu vielen chemischen Substanzen strukturierte Einträge inklusive CAS-Nummer, Summenformel und Molekülmasse. Eine Suche nach der CAS-Nummer zeigt, ob und zu welcher Substanz sie dort registriert ist.
Stimmen die auf einer Produktseite angegebene Summenformel und Molekülmasse mit dem PubChem-Eintrag zur selben CAS-Nummer überein, ist das ein starkes Indiz für Konsistenz. Weichen sie ab, lohnt eine genauere Nachfrage.
ChemSpider als Alternative
ChemSpider, betrieben von der Royal Society of Chemistry, ist eine vergleichbare, teils ergänzende Datenbank mit eigenem Bestand an chemischen Strukturen und Identifikatoren. Eine Substanz, die in einer der beiden Datenbanken nicht auffindbar ist, findet sich möglicherweise dennoch in der anderen.
Beide Datenbanken sind kostenlos zugänglich und erfordern keine Registrierung für eine einfache Suchanfrage — ein niedrigschwelliger erster Schritt, bevor man sich auf eine unbestätigte Angabe verlässt.
Grenzen der Verifizierung
Nicht jede Substanz hat eine eigene CAS-Nummer — Gemische, Polypeptidfraktionen und manche rekombinanten Proteine fallen, wie an anderer Stelle beschrieben, aus diesem System heraus. Fehlt eine CAS-Nummer bei solchen Materialien, ist das kein Mangel, sondern eine Eigenschaft der Substanzklasse.
Eine gefundene CAS-Nummer bestätigt zudem nur, dass die Substanz registriert ist — nicht, dass die konkrete Charge im eigenen Fläschchen tatsächlich dieser Substanz entspricht. Dafür bleibt die chargenspezifische Analytik die maßgebliche Prüfung.
Woran sich das im Katalog ablesen lässt
Der Katalog führt derzeit 69 Referenzmaterialien in 9 Materialgruppen, mit 122 einzeln dokumentierten Chargen. Für jede dieser Chargen ist eine eigene Seite erreichbar, die Prüfmethode, Messwert, Spezifikation und Prüfdatum je Parameter ausweist — ohne Konto und vor der Kaufentscheidung einsehbar.
Bei 44 der 69 Materialien sind CAS-Nummer, Summenformel, Molekülmasse und Sequenz gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Die übrigen sind gekennzeichnet, weil sich mindestens ein Referenzwert dort nicht eindeutig belegen lässt — bei Gemischen, Polypeptidfraktionen und rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall. Eine Kennzeichnung ist hier die ehrlichere Angabe als eine Zahl, die niemand nachprüfen kann.
Einordnung
Eine CAS-Nummer lässt sich kostenlos über PubChem oder ChemSpider gegen öffentlich hinterlegte Struktur- und Eigenschaftsdaten prüfen. Für jedes Material im Katalog mit eigener CAS-Nummer ist diese im Materialprofil angegeben und verlinkt, sodass die Prüfung mit einem einzigen Klick beginnt, statt eine Nummer unbesehen als gegeben hinzunehmen, obwohl die Verifizierung kaum länger dauert als das Lesen dieses Satzes.
Research Use Only. Alle im Katalog geführten Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Sie sind keine Arzneimittel, keine Lebensmittel und keine Kosmetika und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.
Häufige Fragen
Was ist eine CAS-Nummer?
Ein weltweit eindeutiger Registrierungscode der Chemical Abstracts Service für eine spezifische chemische Substanz, mit einer berechenbaren Prüfziffer am Ende.
Wie verifiziert man eine CAS-Nummer?
Über eine Suche in PubChem oder ChemSpider, wo sich der zugehörige Eintrag mit Summenformel und Molekülmasse mit den Produktangaben abgleichen lässt.
Warum haben manche Materialien keine CAS-Nummer?
Weil Gemische, Polypeptidfraktionen und manche rekombinanten Proteine keine einzelne, eindeutig registrierbare chemische Substanz im Sinne dieses Systems darstellen.