Analytik
Etikettierung im Labor: was auf das Aliquot gehört
Eine falsch oder unvollständig beschriftete Probe ist eine der häufigsten, aber am leichtesten vermeidbaren Fehlerquellen im Laboralltag. Konsequente Etikettierung kostet wenige Sekunden pro Aliquot und verhindert Verwechslungen, die sich sonst erst Wochen später in einem unerklärlichen Ergebnis zeigen.
Die Mindestangaben auf jedem Aliquot
Substanzbezeichnung, Konzentration und Datum der Herstellung sind die drei Mindestangaben, ohne die ein Aliquot nach einiger Zeit im Gefrierschrank nicht mehr eindeutig zuzuordnen ist — insbesondere wenn mehrere ähnlich aussehende Fläschchen nebeneinander gelagert werden, was im Laboralltag die Regel statt die Ausnahme ist.
Wo verfügbar, gehört auch die Chargennummer des Ausgangsmaterials auf das Etikett — sie verbindet das Aliquot mit dem ursprünglichen Analysezertifikat und macht damit rückverfolgbar, aus welcher geprüften Charge die konkrete Arbeitslösung stammt.
Warum Datum und Lösungsmittel nicht optional sind
Das Herstellungsdatum ist die Grundlage jeder Haltbarkeitsabschätzung einer rekonstituierten Lösung — ohne dieses Datum lässt sich später nicht mehr beurteilen, ob ein Aliquot noch innerhalb der erwarteten Haltbarkeit liegt oder bereits als überaltert gelten sollte.
Auch das verwendete Lösungsmittel gehört auf das Etikett, besonders wenn im Labor mehrere unterschiedliche Rekonstitutionsmittel im Einsatz sind — eine Verwechslung zwischen einer in reinem Wasser und einer in DMSO-haltigem Lösungsmittel hergestellten Lösung kann ein Versuchsergebnis erheblich verfälschen.
Praktische Umsetzung
Beständige, lösungsmittelfeste Beschriftungsstifte oder bedruckte, tieftemperaturbeständige Etiketten sind Standardbeschriftung mit wasserlöslicher Tinte klar vorzuziehen — Letztere kann bei Kondenswasserbildung oder Kontakt mit Lösungsmitteln unleserlich werden, gerade zu dem Zeitpunkt, an dem die Information am wichtigsten ist.
Ein einheitliches, im gesamten Labor verwendetes Beschriftungsschema — etwa dieselbe Reihenfolge von Substanz, Konzentration und Datum bei jedem Aliquot — reduziert Lesefehler und macht die Beschriftung auch für andere Personen im selben Labor nachvollziehbar, nicht nur für die Person, die das Aliquot ursprünglich angelegt hat.
Was bei fehlender Etikettierung zu tun ist
Ein unbeschriftetes oder unklar beschriftetes Aliquot sollte grundsätzlich nicht verwendet werden, so ärgerlich der Verlust auch ist — ein Versuchsergebnis, das auf einer unsicheren Identität oder Konzentration der eingesetzten Substanz beruht, ist im Zweifel wertlos und kann falsche Schlussfolgerungen begünstigen.
Diese Konsequenz mag hart wirken, ist aber der einzige Weg, die Zuverlässigkeit der eigenen Versuchsreihe nicht durch eine einzelne, vermeidbare Unachtsamkeit bei der Beschriftung zu gefährden.
Woran sich das im Katalog ablesen lässt
Der Katalog führt derzeit 69 Referenzmaterialien in 9 Materialgruppen, mit 122 einzeln dokumentierten Chargen. Für jede dieser Chargen ist eine eigene Seite erreichbar, die Prüfmethode, Messwert, Spezifikation und Prüfdatum je Parameter ausweist — ohne Konto und vor der Kaufentscheidung einsehbar.
Bei 44 der 69 Materialien sind CAS-Nummer, Summenformel, Molekülmasse und Sequenz gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Die übrigen sind gekennzeichnet, weil sich mindestens ein Referenzwert dort nicht eindeutig belegen lässt — bei Gemischen, Polypeptidfraktionen und rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall. Eine Kennzeichnung ist hier die ehrlichere Angabe als eine Zahl, die niemand nachprüfen kann.
Einordnung
Konsequente Etikettierung ist eine kleine, aber grundlegende Voraussetzung für reproduzierbare Laborarbeit. Substanz, Konzentration, Lösungsmittel und Datum auf jedem Aliquot verhindern Verwechslungen, die sich sonst erst im fertigen Ergebnis bemerkbar machen.
Research Use Only. Alle im Katalog geführten Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Sie sind keine Arzneimittel, keine Lebensmittel und keine Kosmetika und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.
Häufige Fragen
Was muss mindestens auf ein Aliquot-Etikett?
Substanzbezeichnung, Konzentration und Herstellungsdatum — bei mehreren Lösungsmitteln im Labor zusätzlich das verwendete Lösungsmittel.
Warum ist das Herstellungsdatum so wichtig?
Es ist die Grundlage jeder Haltbarkeitsabschätzung — ohne Datum lässt sich später nicht beurteilen, ob ein Aliquot noch innerhalb der erwarteten Haltbarkeit liegt.
Was tun bei einem unbeschrifteten Aliquot?
Nicht verwenden. Ein Ergebnis auf Basis einer unsicheren Identität oder Konzentration ist im Zweifel wertlos.