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Materialprofil

Follistatin-344: Sequenz, Analytik und Studienlage

Kolben mit tief violetter Lösung nach erreichtem Umschlagpunkt einer Titration

Rekombinantes Follistatin-Isoform-344-Protein. Referenzmaterial für Untersuchungen an der Activin-/Myostatin-Signalachse. Diese Seite fasst zusammen, was sich über Follistatin-344 anhand der Referenzdaten und der analytischen Prüfung sagen lässt — Sequenz, Masse, Stabilität und die Frage, woran sich die Qualität einer konkreten Charge erkennen lässt.

Identität und Referenzdaten

ParameterWert
BezeichnungFollistatin-344
SequenzRekombinantes Protein — keine kurze Sequenznotation
Kettenlänge3 Aminosäuren
SummenformelRekombinantes Glykoprotein
Molekülmasseca. 38 kDa
CASunbestätigt — rekombinantes Protein
Darreichungsformlyophilisiertes Pulver
Reinheitsspezifikation≥ 99 % HPLC
ForschungsbereichWachstumsfaktoren & Sekretagoga

Für Follistatin-344 lässt sich mindestens ein Referenzwert nicht eindeutig aus öffentlichen Datenbanken belegen — bei Gemischen, Polypeptidfraktionen und rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wir kennzeichnen das als unbestätigt, statt eine Zahl zu übernehmen, die sich nicht prüfen lässt. Maßgeblich sind die Angaben zu den Einzelkomponenten.

Die CAS-Angabe ist bewusst als unbestätigt gekennzeichnet. Eine CAS-Nummer, die in verschiedenen Quellen auf unterschiedliche Substanzen zeigt, ist als Identitätsmerkmal wertlos — und eine erfundene wäre schlechter als gar keine.

Was die Sequenz über die Synthese verrät

Mit 3 Aminosäuren und damit 2 Kupplungsschritten gehört die Sequenz zu den kurzen Festphasensynthesen. Kurze Ketten erreichen regelmäßig hohe Reinheiten, weil sich Deletions- und Trunkierungsprodukte über wenige Schritte kaum aufsummieren.

Die Ladungsverteilung — 1 basische gegenüber 0 sauren Resten — bestimmt das Löslichkeitsverhalten. Der basische Überschuss spricht für gute Löslichkeit im leicht sauren Bereich.

Stabilität und Lagerung

Die Sequenz enthält weder Methionin noch Cystein oder Tryptophan. Damit fehlen Follistatin-344 genau die Reste, die in Peptiden üblicherweise zuerst oxidieren — ein Grund, warum das Lyophilisat vergleichsweise robust ist und Transport bei Raumtemperatur toleriert.

Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.

Der praktisch häufigste Reinheitsverlust entsteht nicht bei der Lagerung, sondern beim wiederholten Auftauen einer einzigen Stammlösung. Wer direkt nach der Rekonstitution aliquotiert, entnimmt später jeweils ein frisches Gefäß und belastet den Rest nicht.

Analytische Prüfung je Charge

Für Follistatin-344 gilt die folgende Einkaufsspezifikation. Die genannten Werte sind Sollbereiche, gegen die eingekauft wird, und keine chargenbezogenen Messergebnisse:

  • HPLC — Reinheitsbestimmung gegen die Spezifikation ≥ 99 %
  • LC-MS — Identitätsprüfung gegen ca. 38 kDa
  • Karl-Fischer — Restwassergehalt, Spezifikation ≤ 5,0 %
  • ICP-MS — Schwermetallbefund, Spezifikation ≤ 10 ppm

Die Kombination ist der Punkt: HPLC allein sagt, wie einheitlich das Material ist, aber nicht, was es ist. Erst die Massenprüfung schließt aus, dass eine saubere Substanz die falsche Substanz ist.

Formate und Verfügbarkeit

Follistatin-344 ist als 1 mg gelistet, preislich von 1,50 €. Ab fünf Einheiten derselben Größe greift die Mengenstaffel. Für laufende Versuchsreihen ist die größere Einheit meist die ruhigere Wahl — ein Chargenwechsel mitten in einer Messreihe erzwingt sonst eine neue Referenzbestimmung.

Der Preis pro Milligramm unterscheidet sich zwischen den Formaten und ist der belastbarere Vergleichswert als der reine Fläschchenpreis. Für die Umrechnung von Einwaage in Massen- oder Stoffmengenkonzentration steht der Rekonstitutionsrechner im Werkzeugbereich zur Verfügung, der beide Größen ohne manuellen Zwischenschritt berechnet.

Referenzquellen

Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:

Follistatin-344

Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.

Einordnung

Follistatin-344 gehört im Katalog zur Gruppe Wachstumsfaktoren & Sekretagoga. Analytisch benachbart sind Ipamorelin, CJC-1295 No DAC, CJC-1295 DAC — verwandte Fragestellungen, aber eigene Sequenzen, eigene Massen und eigene Zertifikate. Chargendaten werden zwischen Materialien nie übertragen.

Research Use Only. Follistatin-344 ist ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Das Material ist kein Arzneimittel, kein Lebensmittel und kein Kosmetikum und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Zu Fragestellungen am Menschen machen wir bewusst keine Angaben.

Häufige Fragen

Welche Sequenz hat Follistatin-344?

Rekombinantes Protein — keine kurze Sequenznotation — 3 Aminosäuren, Summenformel Rekombinantes Glykoprotein, Molekülmasse ca. 38 kDa.

Welche Reinheit erreicht Follistatin-344 realistisch?

Die Spezifikation liegt bei ≥ 99 % HPLC. Bei 2 Kupplungsschritten ist das analytisch plausibel. Deutlich höhere beworbene Werte sind bei dieser Materialklasse kritisch zu bewerten.

Wie wird Follistatin-344 gelagert?

Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.

Ist Follistatin-344 ein Arzneimittel?

Nein. Follistatin-344 ist Referenzmaterial für die Laborforschung, besitzt keine arzneimittelrechtliche Zulassung und ist nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.