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Analytik

KPV oder Larazotid-Acetat? Ein analytischer Vergleich

Wissenschaftlerin prüft ein Probengefäß vor einem Regal mit Reagenzien

KPV und Larazotid-Acetat werden häufig nebeneinander genannt und gelegentlich verwechselt. Sie gehören im Katalog beide zur Gruppe Immun- & Barriereforschung, sind aber unterschiedliche Substanzen mit eigener Sequenz, eigener Masse und eigener Chargennummer. Dieser Beitrag stellt die Referenzdaten nebeneinander und benennt, was der Unterschied für die Laborpraxis bedeutet.

Die Referenzdaten im direkten Vergleich

ParameterKPVLarazotid-Acetat
Kettenlänge3 AS14 AS
SummenformelC16H30N4O4C34H59N9O12
Molekülmasse342,44 g/mol785,90 g/mol
CAS67727-97-3881851-50-9
FormLyophilisatLyophilisat
Reinheit≥ 99,3 %≥ 99 %
Formate10 mg, 20 mg10 mg

Der auffälligste Unterschied ist die Masse: Larazotid-Acetat ist rund 2,3-mal so schwer wie KPV. Das ist kein kosmetischer Wert. Bei gleicher Einwaage in Milligramm enthält das leichtere Material entsprechend mehr Moleküle, sodass ein Vergleich auf Massenbasis und ein Vergleich auf molarer Basis zu verschiedenen Ergebnissen führen. Wer beide Materialien in einer Reihe führt, sollte festlegen, welche der beiden Bezugsgrößen gilt, und das im Laborjournal notieren.

Was die Sequenzen unterscheidet

KPV bringt 3 Aminosäuren und damit 2 Kupplungsschritte mit, Larazotid-Acetat 14 und 13. Der Längenunterschied schlägt direkt auf die realistisch erreichbare Reinheit durch: je länger die Kette, desto mehr Gelegenheiten für Deletions- und Trunkierungsprodukte.

Für die Handhabung relevanter ist die Restezusammensetzung: Larazotid-Acetat trägt oxidationsempfindliche Reste (Methionin, Cystein oder Tryptophan), KPV in geringerem Maße. Das betrifft Lichtschutz, Kopfraumsauerstoff und die Frage, wie lange eine rekonstituierte Lösung brauchbar bleibt.

Lagerung im Vergleich

Beide Materialien teilen dieselbe Lagerempfehlung: Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden. Das vereinfacht die Vorratshaltung — ein Lagerort, ein Regime.

Reinheit, Formate und Preis je Milligramm

Die Spezifikationen unterscheiden sich: KPV ist mit ≥ 99,3 % geführt, Larazotid-Acetat mit ≥ 99 %. Für einen belastbaren Vergleich zählt allerdings der gemessene Wert der konkreten Charge, nicht die Zusage.

Preislich liegt KPV bei 0,30 € bis 0,50 € über die Formate 10 mg, 20 mg, Larazotid-Acetat bei 0,60 € über 10 mg. Der belastbare Vergleichsmaßstab ist der Preis je Milligramm, nicht der Fläschchenpreis: unterschiedliche Füllmengen machen zwei Angebote sonst scheinbar vergleichbar, die es nicht sind.

Was der Vergleich nicht leisten kann

Dieser Beitrag vergleicht Referenzdaten und analytische Prüftiefe. Er vergleicht ausdrücklich keine Ergebnisse an Modellsystemen und trifft keine Aussage darüber, welches Material für eine bestimmte Fragestellung das geeignetere ist — das entscheidet der Versuchsaufbau, nicht der Katalog. Wo die publizierte Datenlage dünn ist, ist sie dünn; das lässt sich durch eine Gegenüberstellung nicht heilen.

Referenzquellen

Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:

KPV

Substanzeintrag: PubChem CID 125672 — aufgelöst über 67727-97-3. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

Larazotid-Acetat

Substanzeintrag: PubChem CID 44146842 — aufgelöst über 881851-50-9. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

Zu dieser Bezeichnung liegt keine eindeutig zuordenbare Publikation vor — bei Gemischen und mehrdeutigen Handelsbezeichnungen führt eine Literatursuche zu Arbeiten über andere Substanzen. Wir führen hier lieber keine Quelle als eine falsche.

Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.

Welches Material wofür

Ein praktischer Hinweis zur Vorratshaltung: Wer beide Materialien parallel führt, sollte sie getrennt etikettieren und die Chargennummer im Laborjournal mitführen. KPV und Larazotid-Acetat sehen als Lyophilisat identisch aus, und eine Verwechslung fällt ohne erneute Massenprüfung nicht auf — das ist der häufigste vermeidbare Fehler bei benachbarten Referenzmaterialien.

Die ehrliche Antwort: das hängt an der Fragestellung, nicht an einer Rangfolge. Beide Materialien sind Referenzsubstanzen, keine konkurrierenden Produkte mit einem Sieger. Wer eine Methode etabliert, nimmt das Material mit der belastbareren Referenzlage; wer vergleichende Reihen fährt, braucht ohnehin beide. Entscheidend ist, dass die Charge dokumentiert ist und die Zertifikate zueinander passen.

Research Use Only. Beide Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt, sind keine Arzneimittel und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Aussagen zu Fragestellungen am Menschen treffen wir nicht.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen KPV und Larazotid-Acetat?

Es sind unterschiedliche Substanzen: KPV hat die Summenformel C16H30N4O4 bei 342,44 g/mol, Larazotid-Acetat die Summenformel C34H59N9O12 bei 785,90 g/mol. Jedes Material wird unter eigener Chargennummer geführt.

Lassen sich KPV und Larazotid-Acetat direkt vergleichen?

Auf Massenbasis ja, auf molarer Basis nur nach Umrechnung über die jeweilige Molekülmasse. Welche Bezugsgröße gilt, sollte vor Beginn einer Vergleichsreihe festgelegt und dokumentiert werden.

Haben beide Materialien dieselbe Reinheitsspezifikation?

Nein: KPV ist mit ≥ 99,3 % spezifiziert, Larazotid-Acetat mit ≥ 99 %. Beide Angaben sind Spezifikationen, keine chargenbezogenen Messwerte.