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Analytik

Melanotan II oder Melanotan I? Ein analytischer Vergleich

Chemischer Arbeitsplatz mit Destillationsaufbauten aus Glas vor hohen Fenstern

Melanotan II und Melanotan I werden häufig nebeneinander genannt und gelegentlich verwechselt. Sie gehören im Katalog beide zur Gruppe Pigmentierung & Hautmodelle, sind aber unterschiedliche Substanzen mit eigener Sequenz, eigener Masse und eigener Chargennummer. Dieser Beitrag stellt die Referenzdaten nebeneinander und benennt, was der Unterschied für die Laborpraxis bedeutet.

Die Referenzdaten im direkten Vergleich

ParameterMelanotan IIMelanotan I
Kettenlänge11 AS16 AS
SummenformelC50H69N15O9C78H111N21O19
Molekülmasse1024,18 g/mol1646,85 g/mol
CAS121062-08-675921-69-6
FormLyophilisatLyophilisat
Reinheit≥ 99 %≥ 99 %
Formate10 mg10 mg

Der auffälligste Unterschied ist die Masse: Melanotan I ist rund 1,6-mal so schwer wie Melanotan II. Das ist kein kosmetischer Wert. Bei gleicher Einwaage in Milligramm enthält das leichtere Material entsprechend mehr Moleküle, sodass ein Vergleich auf Massenbasis und ein Vergleich auf molarer Basis zu verschiedenen Ergebnissen führen. Wer beide Materialien in einer Reihe führt, sollte festlegen, welche der beiden Bezugsgrößen gilt, und das im Laborjournal notieren.

Was die Sequenzen unterscheidet

Melanotan II bringt 11 Aminosäuren und damit 10 Kupplungsschritte mit, Melanotan I 16 und 15. Die Längen liegen nah beieinander, sodass die Reinheitsangaben beider Materialien unmittelbar vergleichbar sind.

Für die Handhabung relevanter ist die Restezusammensetzung: Melanotan I trägt oxidationsempfindliche Reste (Methionin, Cystein oder Tryptophan), Melanotan II in geringerem Maße. Das betrifft Lichtschutz, Kopfraumsauerstoff und die Frage, wie lange eine rekonstituierte Lösung brauchbar bleibt.

Lagerung im Vergleich

Beide Materialien teilen dieselbe Lagerempfehlung: Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden. Das vereinfacht die Vorratshaltung — ein Lagerort, ein Regime.

Reinheit, Formate und Preis je Milligramm

Beide Materialien tragen dieselbe Reinheitsspezifikation von ≥ 99 % HPLC. Das macht die Angaben unmittelbar vergleichbar — vorausgesetzt, man vergleicht die gemessenen Chargenwerte und nicht die Spezifikation, die bei beiden per Definition gleich ist.

Preislich liegt Melanotan II bei 0,30 € über die Formate 10 mg, Melanotan I bei 0,40 € über 10 mg. Der belastbare Vergleichsmaßstab ist der Preis je Milligramm, nicht der Fläschchenpreis: unterschiedliche Füllmengen machen zwei Angebote sonst scheinbar vergleichbar, die es nicht sind.

Was der Vergleich nicht leisten kann

Dieser Beitrag vergleicht Referenzdaten und analytische Prüftiefe. Er vergleicht ausdrücklich keine Ergebnisse an Modellsystemen und trifft keine Aussage darüber, welches Material für eine bestimmte Fragestellung das geeignetere ist — das entscheidet der Versuchsaufbau, nicht der Katalog. Wo die publizierte Datenlage dünn ist, ist sie dünn; das lässt sich durch eine Gegenüberstellung nicht heilen.

Referenzquellen

Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:

Melanotan II

Substanzeintrag: PubChem CID 92432 — aufgelöst über 121062-08-6. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

Melanotan I

Substanzeintrag: PubChem CID 16197727 — aufgelöst über 75921-69-6. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.

Welches Material wofür

Ein praktischer Hinweis zur Vorratshaltung: Wer beide Materialien parallel führt, sollte sie getrennt etikettieren und die Chargennummer im Laborjournal mitführen. Melanotan II und Melanotan I sehen als Lyophilisat identisch aus, und eine Verwechslung fällt ohne erneute Massenprüfung nicht auf — das ist der häufigste vermeidbare Fehler bei benachbarten Referenzmaterialien.

Die ehrliche Antwort: das hängt an der Fragestellung, nicht an einer Rangfolge. Beide Materialien sind Referenzsubstanzen, keine konkurrierenden Produkte mit einem Sieger. Wer eine Methode etabliert, nimmt das Material mit der belastbareren Referenzlage; wer vergleichende Reihen fährt, braucht ohnehin beide. Entscheidend ist, dass die Charge dokumentiert ist und die Zertifikate zueinander passen.

Research Use Only. Beide Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt, sind keine Arzneimittel und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Aussagen zu Fragestellungen am Menschen treffen wir nicht.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Melanotan II und Melanotan I?

Es sind unterschiedliche Substanzen: Melanotan II hat die Summenformel C50H69N15O9 bei 1024,18 g/mol, Melanotan I die Summenformel C78H111N21O19 bei 1646,85 g/mol. Jedes Material wird unter eigener Chargennummer geführt.

Lassen sich Melanotan II und Melanotan I direkt vergleichen?

Auf Massenbasis ja, auf molarer Basis nur nach Umrechnung über die jeweilige Molekülmasse. Welche Bezugsgröße gilt, sollte vor Beginn einer Vergleichsreihe festgelegt und dokumentiert werden.

Haben beide Materialien dieselbe Reinheitsspezifikation?

Ja, beide sind mit ≥ 99 % HPLC spezifiziert. Beide Angaben sind Spezifikationen, keine chargenbezogenen Messwerte.