Analytik
Nomenklatur: Trivialname, Sequenzname, CAS
Ein einziges Material trägt oft drei verschiedene Namen: einen eingängigen Trivialnamen, eine systematische Sequenzbezeichnung und eine CAS-Registrierungsnummer. Nur zwei dieser drei Ebenen sind wirklich eindeutig.
Der Trivialname
Trivialnamen wie Kürzel aus Buchstaben und Zahlen entstehen meist im Forschungslabor, das eine Sequenz zuerst beschrieben hat, oder beim ersten kommerziellen Anbieter. Sie sind eingängig, aber nicht standardisiert — verschiedene Quellen verwenden für dieselbe Sequenz gelegentlich unterschiedliche Schreibweisen.
Problematischer sind Fälle, in denen derselbe Trivialname für strukturell verschiedene Varianten verwendet wird, etwa mit und ohne zusätzliche Modifikation. Der Name allein ist hier keine verlässliche Identität.
Sequenzname und CAS-Nummer
Der systematische Sequenzname — die Abfolge der Aminosäuren im Drei- oder Einbuchstabencode, gegebenenfalls mit Modifikationsangabe — beschreibt die Struktur vollständig und ist damit die eigentliche Identität eines synthetischen Peptids.
Die CAS-Nummer ist eine eindeutige Registriernummer der Chemical Abstracts Service für eine spezifische chemische Substanz. Zwei Materialien mit derselben CAS-Nummer sind dieselbe Substanz, unabhängig davon, unter welchem Trivialnamen sie verkauft werden.
Warum das für die Beschaffung zählt
Ein Preisvergleich über Trivialnamen kann in die Irre führen, wenn hinter demselben Namen bei zwei Anbietern unterschiedliche Sequenzen oder Modifikationen stecken. Die CAS-Nummer beziehungsweise die vollständige Sequenzangabe ist der verlässlichere Vergleichspunkt.
Bei den rund einem Viertel der Materialien im Katalog, die als Gemische oder Fraktionen ohne einzelne CAS-Nummer geführt werden, tritt an ihre Stelle die möglichst genaue Beschreibung der Zusammensetzung — auch das ist Teil einer vollständigen Nomenklatur.
IUPAC-Namen als vierte Ebene
Für kleine, wenig komplexe Peptide existiert zusätzlich ein vollständiger IUPAC-Name, der Struktur und Stereochemie systematisch beschreibt. In der Praxis wird er wegen seiner Länge kaum verwendet — die Sequenzangabe im Einbuchstabencode leistet dieselbe eindeutige Beschreibung deutlich kompakter.
Für komplexere Modifikationen oder Konjugate wird ein vollständiger IUPAC-Name schnell unhandlich lang, weshalb sich in der Peptidchemie die Kombination aus Sequenzname und CAS-Nummer als praktischer Standard durchgesetzt hat.
Datenbank-Identifikatoren wie die PubChem-CID ergänzen dieses System um einen weiteren eindeutigen, maschinenlesbaren Verweis, der sich direkt mit den öffentlich hinterlegten Struktur- und Eigenschaftsdaten einer Substanz verknüpfen lässt.
Für rekombinante Proteine tritt häufig eine UniProt-Kennung an die Stelle einer CAS-Nummer — ein eigenes Registriersystem, das auf Sequenzdatenbanken statt auf einzelne chemische Substanzen ausgelegt ist und für diese Materialklasse die passendere Referenz darstellt.
Woran sich das im Katalog ablesen lässt
Der Katalog führt derzeit 69 Referenzmaterialien in 9 Materialgruppen, mit 122 einzeln dokumentierten Chargen. Für jede dieser Chargen ist eine eigene Seite erreichbar, die Prüfmethode, Messwert, Spezifikation und Prüfdatum je Parameter ausweist — ohne Konto und vor der Kaufentscheidung einsehbar.
Bei 44 der 69 Materialien sind CAS-Nummer, Summenformel, Molekülmasse und Sequenz gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Die übrigen sind gekennzeichnet, weil sich mindestens ein Referenzwert dort nicht eindeutig belegen lässt — bei Gemischen, Polypeptidfraktionen und rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall. Eine Kennzeichnung ist hier die ehrlichere Angabe als eine Zahl, die niemand nachprüfen kann.
Einordnung
Trivialname, Sequenzname und CAS-Nummer beschreiben dasselbe Material auf drei verschiedenen Ebenen — nur die letzten beiden sind eindeutig genug für einen belastbaren Vergleich. Alle drei sind, soweit vorhanden, im jeweiligen Materialprofil aufgeführt, zusammen mit der PubChem-CID als zusätzlichem, maschinenlesbarem Datenbankverweis für die eigene Recherche.
Research Use Only. Alle im Katalog geführten Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Sie sind keine Arzneimittel, keine Lebensmittel und keine Kosmetika und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.
Häufige Fragen
Warum hat ein Peptid mehrere Namen?
Weil Trivialname, systematischer Sequenzname und CAS-Nummer auf unterschiedlichen Ebenen entstehen — der eine zur Wiedererkennung, die anderen zur eindeutigen chemischen Identifikation.
Welcher Name ist am zuverlässigsten?
Sequenzname und CAS-Nummer, weil sie eine spezifische chemische Struktur eindeutig bezeichnen. Der Trivialname ist nicht standardisiert.
Was, wenn ein Material keine CAS-Nummer hat?
Bei Gemischen, Fraktionen oder manchen rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall. Hier tritt die genaue Beschreibung der Zusammensetzung an die Stelle einer Einzel-CAS-Nummer.