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Materialprofil

Pinealon: Sequenz, Analytik und Studienlage

Zwei Beschäftigte in Bereichskleidung arbeiten an einer Probenvorbereitungsbank

Tripeptid aus Glutaminsäure, Asparaginsäure und Arginin. Kurzpeptid-Referenz der Bioregulator-Literatur. Diese Seite fasst zusammen, was sich über Pinealon anhand der Referenzdaten und der analytischen Prüfung sagen lässt — Sequenz, Masse, Stabilität und die Frage, woran sich die Qualität einer konkreten Charge erkennen lässt.

Identität und Referenzdaten

ParameterWert
BezeichnungPinealon
SequenzEDR (Glu-Asp-Arg)
Kettenlänge6 Aminosäuren
SummenformelC15H26N6O8
Molekülmasse418,41 g/mol
CAS175175-23-2
Darreichungsformlyophilisiertes Pulver
Reinheitsspezifikation≥ 99,2 % HPLC
ForschungsbereichZelluläre Forschung

Die Referenzdaten in dieser Tabelle wurden gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Eine Datenbank beschreibt allerdings die Substanz, nicht das gelieferte Fläschchen: chargenbezogene Messwerte werden hier nicht veröffentlicht.

Was die Sequenz über die Synthese verrät

Bei 6 Aminosäuren und 5 Kupplungsschritten sind Reinheitswerte um 99 % analytisch plausibel. Jeder Kupplungsschritt trägt eine kleine Fehlerrate; über diese Kettenlänge bleibt die Summe beherrschbar, sofern die Aufreinigung sauber geführt wird.

Die Ladungsverteilung — 1 basische gegenüber 2 sauren Resten — bestimmt das Löslichkeitsverhalten. Der saure Überschuss verschiebt den isoelektrischen Punkt nach unten; im neutralen Puffer ist die Löslichkeit entsprechend besser.

Stabilität und Lagerung

Die Sequenz enthält weder Methionin noch Cystein oder Tryptophan. Damit fehlen Pinealon genau die Reste, die in Peptiden üblicherweise zuerst oxidieren — ein Grund, warum das Lyophilisat vergleichsweise robust ist und Transport bei Raumtemperatur toleriert.

Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.

Der praktisch häufigste Reinheitsverlust entsteht nicht bei der Lagerung, sondern beim wiederholten Auftauen einer einzigen Stammlösung. Wer direkt nach der Rekonstitution aliquotiert, entnimmt später jeweils ein frisches Gefäß und belastet den Rest nicht.

Analytische Prüfung je Charge

Für Pinealon gilt die folgende Einkaufsspezifikation. Die genannten Werte sind Sollbereiche, gegen die eingekauft wird, und keine chargenbezogenen Messergebnisse:

  • HPLC — Reinheitsbestimmung gegen die Spezifikation ≥ 99,2 %
  • LC-MS — Identitätsprüfung gegen 418,41 g/mol
  • Karl-Fischer — Restwassergehalt, Spezifikation ≤ 5,0 %
  • ICP-MS — Schwermetallbefund, Spezifikation ≤ 10 ppm

Die Kombination ist der Punkt: HPLC allein sagt, wie einheitlich das Material ist, aber nicht, was es ist. Erst die Massenprüfung schließt aus, dass eine saubere Substanz die falsche Substanz ist.

Formate und Verfügbarkeit

Pinealon ist als 10 mg, 20 mg gelistet, preislich von 0,40 € bis 0,70 €. Ab fünf Einheiten derselben Größe greift die Mengenstaffel. Für laufende Versuchsreihen ist die größere Einheit meist die ruhigere Wahl — ein Chargenwechsel mitten in einer Messreihe erzwingt sonst eine neue Referenzbestimmung.

Der Preis pro Milligramm unterscheidet sich zwischen den Formaten und ist der belastbarere Vergleichswert als der reine Fläschchenpreis. Für die Umrechnung von Einwaage in Massen- oder Stoffmengenkonzentration steht der Rekonstitutionsrechner im Werkzeugbereich zur Verfügung, der beide Größen ohne manuellen Zwischenschritt berechnet.

Referenzquellen

Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:

Pinealon

Substanzeintrag: PubChem CID 10273502 — aufgelöst über 175175-23-2. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

  • Arutjunyan A et al., Int J Clin Exp Med, 2012. Pinealon protects the rat offspring from prenatal hyperhomocysteinemia. PMID 22567179
  • Khavinson V et al., Rejuvenation Res, 2011. Pinealon increases cell viability by suppression of free radical levels and activating proliferative processes. PMID 21978084 · doi:10.1089/rej.2011.1172
  • Mendzheritsky AM et al., Adv Gerontol, 2015. [Pinealon and Cortexin influence on behavior and neurochemical processes in 18-month aged rats within hypoxia and hypothermia]. PMID 28509493

Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.

Einordnung

Pinealon gehört im Katalog zur Gruppe Zelluläre Forschung. Analytisch benachbart sind SS-31, MOTS-c, Humanin — verwandte Fragestellungen, aber eigene Sequenzen, eigene Massen und eigene Zertifikate. Chargendaten werden zwischen Materialien nie übertragen.

Research Use Only. Pinealon ist ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Das Material ist kein Arzneimittel, kein Lebensmittel und kein Kosmetikum und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Zu Fragestellungen am Menschen machen wir bewusst keine Angaben.

Häufige Fragen

Welche Sequenz hat Pinealon?

EDR (Glu-Asp-Arg) — 6 Aminosäuren, Summenformel C15H26N6O8, Molekülmasse 418,41 g/mol.

Welche Reinheit erreicht Pinealon realistisch?

Die Spezifikation liegt bei ≥ 99,2 % HPLC. Bei 5 Kupplungsschritten ist das analytisch plausibel. Deutlich höhere beworbene Werte sind bei dieser Materialklasse kritisch zu bewerten.

Wie wird Pinealon gelagert?

Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.

Ist Pinealon ein Arzneimittel?

Nein. Pinealon ist Referenzmaterial für die Laborforschung, besitzt keine arzneimittelrechtliche Zulassung und ist nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.