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Analytik

Sterilfiltration mit 0,22 µm

Spritzenfilter als Laborzubehör

Sterilfiltration mit einer Porengröße von 0,22 Mikrometern ist der Laborstandard, um eine Lösung ohne Hitzeeinwirkung von Mikroorganismen zu befreien. Für Peptidlösungen bringt sie einen realen Nutzen, aber auch ein oft übersehenes Risiko: Substanzverlust durch Adsorption am Filtermaterial.

Wie Sterilfiltration funktioniert

Eine Membran mit einer definierten Porengröße von 0,22 Mikrometern hält Bakterien und die meisten anderen Mikroorganismen zuverlässig zurück, während die Flüssigkeit selbst die Membran passiert — ein rein physikalisches Trennprinzip, das im Gegensatz zu Hitzesterilisation keine thermische Belastung der Lösung mit sich bringt.

Diese Porengröße ist historisch als Standard für die Bakterienrückhaltung etabliert; für die Rückhaltung von Viren, die deutlich kleiner sind als die meisten Bakterien, ist sie nicht ausgelegt und entsprechend nicht als vollständige Sterilisation gegen jeden denkbaren Mikroorganismus zu verstehen.

Wann Sterilfiltration für Peptidlösungen sinnvoll ist

Für Zellkulturanwendungen ist Sterilfiltration nahezu obligatorisch, weil eine mikrobielle Kontamination die gesamte Kultur gefährden und jedes Versuchsergebnis unbrauchbar machen kann — hier überwiegt der Nutzen eindeutig gegenüber jedem möglichen Substanzverlust durch die Filtration.

Für rein chemisch-analytische Anwendungen ohne biologisches Modellsystem ist Sterilfiltration meist nicht notwendig — hier steht der mögliche Substanzverlust einem geringeren tatsächlichen Nutzen gegenüber, weshalb sich der zusätzliche Schritt in diesem Kontext oft nicht lohnt.

Das Risiko der Adsorption am Filter

Wie bei Gefäßwänden können Peptide auch an der Filtermembran adsorbieren, wobei der relative Verlust bei stark verdünnten Lösungen deutlich stärker ins Gewicht fällt als bei konzentrierten — dasselbe Prinzip, das bereits bei der Adsorption an Gefäßwänden beschrieben wurde, gilt hier für die zusätzliche Filteroberfläche.

Low-Protein-Binding-Filtermembranen, speziell für Proteine und Peptide entwickelt, reduzieren diesen Verlust gegenüber Standardmembranen aus Cellulose oder Nylon spürbar und sind bei kritischen, verdünnten Lösungen die geeignetere Wahl.

Praktische Handhabung

Bei besonders kritischen, geringen Substanzmengen kann es sinnvoll sein, die Filtermembran vor der eigentlichen Filtration mit einer kleinen Menge derselben Lösung vorzubenetzen und zu verwerfen — dadurch werden die anfänglichen Bindungsstellen der Membran bereits besetzt, bevor das eigentliche Probenvolumen filtriert wird.

Für weniger kritische Anwendungen mit ausreichend konzentrierter Lösung ist dieser zusätzliche Aufwand meist nicht nötig — der relative Verlust durch Adsorption bleibt hier klein genug, um vernachlässigbar zu sein.

Woran sich das im Katalog ablesen lässt

Der Katalog führt derzeit 69 Referenzmaterialien in 9 Materialgruppen, mit 122 einzeln dokumentierten Chargen. Für jede dieser Chargen ist eine eigene Seite erreichbar, die Prüfmethode, Messwert, Spezifikation und Prüfdatum je Parameter ausweist — ohne Konto und vor der Kaufentscheidung einsehbar.

Bei 44 der 69 Materialien sind CAS-Nummer, Summenformel, Molekülmasse und Sequenz gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Die übrigen sind gekennzeichnet, weil sich mindestens ein Referenzwert dort nicht eindeutig belegen lässt — bei Gemischen, Polypeptidfraktionen und rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall. Eine Kennzeichnung ist hier die ehrlichere Angabe als eine Zahl, die niemand nachprüfen kann.

Einordnung

Sterilfiltration mit 0,22 µm ist für zellbasierte Anwendungen meist notwendig, bringt aber ein reales, materialabhängiges Verlustrisiko mit sich. Low-Protein-Binding-Membranen und, bei kritischen Mengen, ein Vorbenetzungsschritt reduzieren diesen Verlust spürbar, ohne den eigentlichen Sterilisationszweck zu beeinträchtigen.

Research Use Only. Alle im Katalog geführten Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Sie sind keine Arzneimittel, keine Lebensmittel und keine Kosmetika und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.

Häufige Fragen

Was hält eine 0,22-µm-Membran zurück?

Bakterien und die meisten anderen Mikroorganismen — nicht jedoch Viren, die deutlich kleiner sind als die Porengröße.

Ist Sterilfiltration bei jeder Peptidlösung notwendig?

Nur bei zellbasierten oder anderen mikrobiologisch sensiblen Anwendungen. Bei rein chemisch-analytischen Anwendungen ist sie meist nicht erforderlich.

Wie lässt sich Substanzverlust bei der Filtration reduzieren?

Durch Low-Protein-Binding-Membranen und, bei besonders geringen Mengen, durch Vorbenetzen der Membran mit etwas verworfener Lösung vor der eigentlichen Filtration.