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Analytik

Analysezertifikat prüfen: zehn Punkte, die zusammenpassen müssen

Unterzeichnetes Schriftstück mit Füllhalter auf einer Schreibunterlage

Fast jeder Anbieter wirbt mit einem Analysezertifikat. Der Unterschied liegt darin, ob das Dokument eine konkrete Charge beschreibt oder nur die Spezifikation wiederholt, gegen die geprüft worden sein soll. Diese Prüfliste trennt das eine vom anderen.

Was auf dem Dokument stehen muss

Ein belastbares Zertifikat nennt je Parameter vier Dinge: die Prüfmethode, den gemessenen Wert, die Spezifikation und das Prüfdatum. Fehlt der gemessene Wert und steht dort nur „≥ 99 %”, wiederholt das Dokument die Zusage und belegt nichts. Das ist der häufigste Mangel im Markt.

Dazu gehören die Chargenbezeichnung, die auf dem Fläschchen wiederzufinden sein muss, die Materialbezeichnung inklusive Sequenz oder CAS, die geprüfte Menge und die Kennzeichnung des Labors. Ein Zertifikat ohne rückverfolgbare Chargennummer ist ein Werbeblatt.

Wo die Angaben zusammenpassen müssen

Die auf dem Zertifikat genannte Molekülmasse muss zur Summenformel passen, und die Summenformel muss zur Sequenz passen. Das lässt sich nachrechnen und ist ein wirksamer Plausibilitätstest — überraschend viele im Umlauf befindliche Dokumente scheitern daran.

Ebenso muss das Prüfdatum vor dem Freigabedatum liegen, und die Chargennummer auf dem Etikett muss der auf dem Dokument entsprechen. Widersprechen sich Etikett und Zertifikat, ist die Rückverfolgbarkeit unterbrochen und das Dokument wertlos.

Prüfsignale jenseits des Papiers

Ein Zertifikat, das erst nach dem Kauf und nur auf Nachfrage herausgegeben wird, ist kein Prüfinstrument, sondern eine Beruhigung nach der Zahlung. Prüfbar ist ein Dokument nur, wenn es vor der Kaufentscheidung einsehbar ist.

Aussagekräftig ist außerdem, ob je Charge ein eigenes Dokument existiert oder ob ein einziges Muster für alle Lieferungen desselben Materials herhält. Ein Zertifikat, das nicht mit der Charge wechselt, beschreibt keine Charge.

Stand der Referenzdatenprüfung

StatusMaterialien
Gegen öffentliche Datenbanken abgeglichen44
Nicht eindeutig belegbar25

Die 25 nicht abgeglichenen Datensätze sind keine ungeprüften, sondern nicht eindeutig belegbare: Gemische ohne einzelne CAS-Nummer, Polypeptidfraktionen ohne einzelne Summenformel und rekombinante Proteine, deren Masse von Glykosylierung oder PEG-Kettenlänge abhängt. Wir kennzeichnen das, statt eine Zahl zu übernehmen, die sich nicht prüfen lässt.

Wie sich diese Punkte in der Praxis prüfen lassen

Die vollständige Prüfliste dauert bei einem einzelnen Zertifikat wenige Minuten — Chargenbezug, Methodenangabe, Konsistenz der Werte und Zeitpunkt der Herausgabe lassen sich ohne Labor und ohne Vorwissen nachvollziehen, sofern das Dokument tatsächlich vor dem Kauf vorliegt.

Ein Zertifikat, das an mehreren dieser Punkte gleichzeitig scheitert, ist ein deutlich stärkeres Warnsignal als eines mit einer einzelnen fehlenden Angabe — einzelne Lücken kommen vor, eine Häufung spricht für ein grundsätzliches Dokumentationsproblem beim Anbieter.

Woran sich das im Katalog ablesen lässt

Der Katalog führt derzeit 69 Referenzmaterialien in 9 Materialgruppen, mit 122 einzeln dokumentierten Chargen. Für jede dieser Chargen ist eine eigene Seite erreichbar, die Prüfmethode, Messwert, Spezifikation und Prüfdatum je Parameter ausweist — ohne Konto und vor der Kaufentscheidung einsehbar.

Bei 44 der 69 Materialien sind CAS-Nummer, Summenformel, Molekülmasse und Sequenz gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Die übrigen sind gekennzeichnet, weil sich mindestens ein Referenzwert dort nicht eindeutig belegen lässt — bei Gemischen, Polypeptidfraktionen und rekombinanten Proteinen ist das der Normalfall. Eine Kennzeichnung ist hier die ehrlichere Angabe als eine Zahl, die niemand nachprüfen kann.

Einordnung

Im Katalog hat jede Charge eine eigene, dauerhaft erreichbare Seite mit Messwert, Spezifikation, Methode und Prüfdatum je Parameter, ohne Konto und vor dem Kauf einsehbar. Das ist der Standard, an dem sich ein Zertifikat messen lassen sollte.

Research Use Only. Alle im Katalog geführten Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Sie sind keine Arzneimittel, keine Lebensmittel und keine Kosmetika und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein wertloses Analysezertifikat?

Es nennt keine chargenspezifischen Messwerte, sondern wiederholt die Spezifikation, trägt keine rückverfolgbare Chargennummer oder ist erst nach dem Kauf einsehbar.

Muss ein Zertifikat von einem Drittlabor stammen?

Nicht zwingend, aber ein unabhängiges Labor ist das stärkere Signal. Entscheidend ist, dass Methode, Messwert, Spezifikation und Prüfdatum je Parameter ausgewiesen sind.

Wie prüfe ich ein Zertifikat auf Plausibilität?

Rechnen Sie die Summenformel gegen die angegebene Molekülmasse und die Sequenz gegen die Summenformel. Passen die drei nicht zusammen, stimmt das Dokument nicht.