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Analytik

LL-37 oder Larazotid-Acetat? Ein analytischer Vergleich

Parallele Pipettenspitzen geben Tropfen in die Vertiefungen einer Mikrotiterplatte

LL-37 und Larazotid-Acetat werden häufig nebeneinander genannt und gelegentlich verwechselt. Sie gehören im Katalog beide zur Gruppe Immun- & Barriereforschung, sind aber unterschiedliche Substanzen mit eigener Sequenz, eigener Masse und eigener Chargennummer. Dieser Beitrag stellt die Referenzdaten nebeneinander und benennt, was der Unterschied für die Laborpraxis bedeutet.

Die Referenzdaten im direkten Vergleich

ParameterLL-37Larazotid-Acetat
Kettenlänge37 AS14 AS
SummenformelC205H340N60O53C34H59N9O12
Molekülmasse4493,37 g/mol785,90 g/mol
CAS154947-66-7881851-50-9
FormLyophilisatLyophilisat
Reinheit≥ 99 %≥ 99 %
Formate5 mg, 10 mg10 mg

Der auffälligste Unterschied ist die Masse: LL-37 ist rund 5,7-mal so schwer wie Larazotid-Acetat. Das ist kein kosmetischer Wert. Bei gleicher Einwaage in Milligramm enthält das leichtere Material entsprechend mehr Moleküle, sodass ein Vergleich auf Massenbasis und ein Vergleich auf molarer Basis zu verschiedenen Ergebnissen führen. Wer beide Materialien in einer Reihe führt, sollte festlegen, welche der beiden Bezugsgrößen gilt, und das im Laborjournal notieren.

Was die Sequenzen unterscheidet

LL-37 bringt 37 Aminosäuren und damit 36 Kupplungsschritte mit, Larazotid-Acetat 14 und 13. Der Längenunterschied schlägt direkt auf die realistisch erreichbare Reinheit durch: je länger die Kette, desto mehr Gelegenheiten für Deletions- und Trunkierungsprodukte.

Für die Handhabung relevanter ist die Restezusammensetzung: Larazotid-Acetat trägt oxidationsempfindliche Reste (Methionin, Cystein oder Tryptophan), LL-37 in geringerem Maße. Das betrifft Lichtschutz, Kopfraumsauerstoff und die Frage, wie lange eine rekonstituierte Lösung brauchbar bleibt.

Lagerung im Vergleich

Beide Materialien teilen dieselbe Lagerempfehlung: Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden. Das vereinfacht die Vorratshaltung — ein Lagerort, ein Regime.

Reinheit, Formate und Preis je Milligramm

Beide Materialien tragen dieselbe Reinheitsspezifikation von ≥ 99 % HPLC. Das macht die Angaben unmittelbar vergleichbar — vorausgesetzt, man vergleicht die gemessenen Chargenwerte und nicht die Spezifikation, die bei beiden per Definition gleich ist.

Preislich liegt LL-37 bei 0,45 € bis 0,80 € über die Formate 5 mg, 10 mg, Larazotid-Acetat bei 0,60 € über 10 mg. Der belastbare Vergleichsmaßstab ist der Preis je Milligramm, nicht der Fläschchenpreis: unterschiedliche Füllmengen machen zwei Angebote sonst scheinbar vergleichbar, die es nicht sind.

Was der Vergleich nicht leisten kann

Dieser Beitrag vergleicht Referenzdaten und analytische Prüftiefe. Er vergleicht ausdrücklich keine Ergebnisse an Modellsystemen und trifft keine Aussage darüber, welches Material für eine bestimmte Fragestellung das geeignetere ist — das entscheidet der Versuchsaufbau, nicht der Katalog. Wo die publizierte Datenlage dünn ist, ist sie dünn; das lässt sich durch eine Gegenüberstellung nicht heilen.

Referenzquellen

Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:

LL-37

Substanzeintrag: PubChem CID 16198951 — aufgelöst über 154947-66-7. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

Larazotid-Acetat

Substanzeintrag: PubChem CID 44146842 — aufgelöst über 881851-50-9. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

Zu dieser Bezeichnung liegt keine eindeutig zuordenbare Publikation vor — bei Gemischen und mehrdeutigen Handelsbezeichnungen führt eine Literatursuche zu Arbeiten über andere Substanzen. Wir führen hier lieber keine Quelle als eine falsche.

Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.

Welches Material wofür

Ein praktischer Hinweis zur Vorratshaltung: Wer beide Materialien parallel führt, sollte sie getrennt etikettieren und die Chargennummer im Laborjournal mitführen. LL-37 und Larazotid-Acetat sehen als Lyophilisat identisch aus, und eine Verwechslung fällt ohne erneute Massenprüfung nicht auf — das ist der häufigste vermeidbare Fehler bei benachbarten Referenzmaterialien.

Die ehrliche Antwort: das hängt an der Fragestellung, nicht an einer Rangfolge. Beide Materialien sind Referenzsubstanzen, keine konkurrierenden Produkte mit einem Sieger. Wer eine Methode etabliert, nimmt das Material mit der belastbareren Referenzlage; wer vergleichende Reihen fährt, braucht ohnehin beide. Entscheidend ist, dass die Charge dokumentiert ist und die Zertifikate zueinander passen.

Research Use Only. Beide Materialien sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt, sind keine Arzneimittel und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Aussagen zu Fragestellungen am Menschen treffen wir nicht.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen LL-37 und Larazotid-Acetat?

Es sind unterschiedliche Substanzen: LL-37 hat die Summenformel C205H340N60O53 bei 4493,37 g/mol, Larazotid-Acetat die Summenformel C34H59N9O12 bei 785,90 g/mol. Jedes Material wird unter eigener Chargennummer geführt.

Lassen sich LL-37 und Larazotid-Acetat direkt vergleichen?

Auf Massenbasis ja, auf molarer Basis nur nach Umrechnung über die jeweilige Molekülmasse. Welche Bezugsgröße gilt, sollte vor Beginn einer Vergleichsreihe festgelegt und dokumentiert werden.

Haben beide Materialien dieselbe Reinheitsspezifikation?

Ja, beide sind mit ≥ 99 % HPLC spezifiziert. Beide Angaben sind Spezifikationen, keine chargenbezogenen Messwerte.