Materialprofil
Selank: Sequenz, Analytik und Studienlage
Heptapeptid-Analogon des Tuftsin-Fragments mit stabilisierender C-terminaler Verlängerung. Diese Seite fasst zusammen, was sich über Selank anhand der Referenzdaten und der analytischen Prüfung sagen lässt — Sequenz, Masse, Stabilität und die Frage, woran sich die Qualität einer konkreten Charge erkennen lässt.
Identität und Referenzdaten
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Bezeichnung | Selank |
| Sequenz | TKPRPGP |
| Kettenlänge | 7 Aminosäuren |
| Summenformel | C33H57N11O9 |
| Molekülmasse | 751,88 g/mol |
| CAS | 129954-34-3 |
| Darreichungsform | lyophilisiertes Pulver |
| Reinheitsspezifikation | ≥ 99,1 % HPLC |
| Forschungsbereich | Neuropeptide |
Die Referenzdaten in dieser Tabelle wurden gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Eine Datenbank beschreibt allerdings die Substanz, nicht das gelieferte Fläschchen: chargenbezogene Messwerte werden hier nicht veröffentlicht.
Was die Sequenz über die Synthese verrät
Bei 7 Aminosäuren und 6 Kupplungsschritten sind Reinheitswerte um 99 % analytisch plausibel. Jeder Kupplungsschritt trägt eine kleine Fehlerrate; über diese Kettenlänge bleibt die Summe beherrschbar, sofern die Aufreinigung sauber geführt wird.
Auffällig ist der Anteil an Prolin (3 Reste). Beide Reste beeinflussen die Kettenflexibilität und können die Kupplungsausbeute an der betreffenden Position spürbar senken — ein bekannter Grund für Deletionssequenzen, die sich später als Nebenpeak im Chromatogramm zeigen.
Die Ladungsverteilung — 2 basische gegenüber 0 sauren Resten — bestimmt das Löslichkeitsverhalten. Der basische Überschuss spricht für gute Löslichkeit im leicht sauren Bereich.
Stabilität und Lagerung
Die Sequenz enthält weder Methionin noch Cystein oder Tryptophan. Damit fehlen Selank genau die Reste, die in Peptiden üblicherweise zuerst oxidieren — ein Grund, warum das Lyophilisat vergleichsweise robust ist und Transport bei Raumtemperatur toleriert.
Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.
Der praktisch häufigste Reinheitsverlust entsteht nicht bei der Lagerung, sondern beim wiederholten Auftauen einer einzigen Stammlösung. Wer direkt nach der Rekonstitution aliquotiert, entnimmt später jeweils ein frisches Gefäß und belastet den Rest nicht.
Analytische Prüfung je Charge
Für Selank gilt die folgende Einkaufsspezifikation. Die genannten Werte sind Sollbereiche, gegen die eingekauft wird, und keine chargenbezogenen Messergebnisse:
- HPLC — Reinheitsbestimmung gegen die Spezifikation ≥ 99,1 %
- LC-MS — Identitätsprüfung gegen 751,88 g/mol
- Karl-Fischer — Restwassergehalt, Spezifikation ≤ 5,0 %
- ICP-MS — Schwermetallbefund, Spezifikation ≤ 10 ppm
Die Kombination ist der Punkt: HPLC allein sagt, wie einheitlich das Material ist, aber nicht, was es ist. Erst die Massenprüfung schließt aus, dass eine saubere Substanz die falsche Substanz ist.
Formate und Verfügbarkeit
Selank ist als 10 mg, 30 mg gelistet, preislich von 0,30 € bis 0,80 €. Ab fünf Einheiten derselben Größe greift die Mengenstaffel. Für laufende Versuchsreihen ist die größere Einheit meist die ruhigere Wahl — ein Chargenwechsel mitten in einer Messreihe erzwingt sonst eine neue Referenzbestimmung.
Der Preis pro Milligramm unterscheidet sich zwischen den Formaten und ist der belastbarere Vergleichswert als der reine Fläschchenpreis. Für die Umrechnung von Einwaage in Massen- oder Stoffmengenkonzentration steht der Rekonstitutionsrechner im Werkzeugbereich zur Verfügung, der beide Größen ohne manuellen Zwischenschritt berechnet.
Referenzquellen
Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:
Selank
Substanzeintrag: PubChem CID 11765600 — aufgelöst über 129954-34-3. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.
- Panikratova YR et al., Dokl Biol Sci, 2020. Functional Connectomic Approach to Studying Selank and Semax Effects. PMID 32342318 · doi:10.1134/S001249662001007X
- Konstantinopolsky MA et al., Bull Exp Biol Med, 2022. Selank, a Peptide Analog of Tuftsin, Attenuates Aversive Signs of Morphine Withdrawal in Rats. PMID 36322304 · doi:10.1007/s10517-022-05624-x
- Fomenko EV et al., Bull Exp Biol Med, 2019. Effect of Selank on Morphological Parameters of Rat Liver in Chronic Foot-Shock Stress. PMID 31243679 · doi:10.1007/s10517-019-04512-1
Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.
Einordnung
Selank gehört im Katalog zur Gruppe Neuropeptide. Analytisch benachbart sind Semax, DSIP, VIP — verwandte Fragestellungen, aber eigene Sequenzen, eigene Massen und eigene Zertifikate. Chargendaten werden zwischen Materialien nie übertragen.
Research Use Only. Selank ist ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Das Material ist kein Arzneimittel, kein Lebensmittel und kein Kosmetikum und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Zu Fragestellungen am Menschen machen wir bewusst keine Angaben.
Häufige Fragen
Welche Sequenz hat Selank?
TKPRPGP — 7 Aminosäuren, Summenformel C33H57N11O9, Molekülmasse 751,88 g/mol.
Welche Reinheit erreicht Selank realistisch?
Die Spezifikation liegt bei ≥ 99,1 % HPLC. Bei 6 Kupplungsschritten ist das analytisch plausibel. Deutlich höhere beworbene Werte sind bei dieser Materialklasse kritisch zu bewerten.
Wie wird Selank gelagert?
Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.
Ist Selank ein Arzneimittel?
Nein. Selank ist Referenzmaterial für die Laborforschung, besitzt keine arzneimittelrechtliche Zulassung und ist nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.