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Materialprofil

NAD+: Sequenz, Analytik und Studienlage

Wissenschaftlerin mit Atemschutz an den Handschuhöffnungen einer Handschuhbox

Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid in oxidierter Form. Kein Peptid, sondern ein Coenzym — geführt als Referenzmaterial für Stoffwechselassays. Diese Seite fasst zusammen, was sich über NAD+ anhand der Referenzdaten und der analytischen Prüfung sagen lässt — Sequenz, Masse, Stabilität und die Frage, woran sich die Qualität einer konkreten Charge erkennen lässt.

Identität und Referenzdaten

ParameterWert
BezeichnungNAD+
SequenzKein Peptid — Dinukleotid
Kettenlänge3 Aminosäuren
SummenformelC21H27N7O14P2
Molekülmasse663,43 g/mol
CAS53-84-9
Darreichungsformlyophilisiertes Pulver
Reinheitsspezifikation≥ 99 % HPLC
ForschungsbereichZelluläre Forschung

Die Referenzdaten in dieser Tabelle wurden gegen öffentliche chemische Datenbanken abgeglichen. Eine Datenbank beschreibt allerdings die Substanz, nicht das gelieferte Fläschchen: chargenbezogene Messwerte werden hier nicht veröffentlicht.

Was die Sequenz über die Synthese verrät

Mit 3 Aminosäuren und damit 2 Kupplungsschritten gehört die Sequenz zu den kurzen Festphasensynthesen. Kurze Ketten erreichen regelmäßig hohe Reinheiten, weil sich Deletions- und Trunkierungsprodukte über wenige Schritte kaum aufsummieren.

Die Ladungsverteilung — 1 basische gegenüber 1 sauren Resten — bestimmt das Löslichkeitsverhalten. Eine ausgeglichene Ladungsbilanz führt häufig zu einem isoelektrischen Punkt im mittleren pH-Bereich, in dessen Nähe die Löslichkeit am geringsten ist.

Stabilität und Lagerung

Die Sequenz enthält weder Methionin noch Cystein oder Tryptophan. Damit fehlen NAD+ genau die Reste, die in Peptiden üblicherweise zuerst oxidieren — ein Grund, warum das Lyophilisat vergleichsweise robust ist und Transport bei Raumtemperatur toleriert.

Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.

Der praktisch häufigste Reinheitsverlust entsteht nicht bei der Lagerung, sondern beim wiederholten Auftauen einer einzigen Stammlösung. Wer direkt nach der Rekonstitution aliquotiert, entnimmt später jeweils ein frisches Gefäß und belastet den Rest nicht.

Analytische Prüfung je Charge

Für NAD+ gilt die folgende Einkaufsspezifikation. Die genannten Werte sind Sollbereiche, gegen die eingekauft wird, und keine chargenbezogenen Messergebnisse:

  • HPLC — Reinheitsbestimmung gegen die Spezifikation ≥ 99 %
  • LC-MS — Identitätsprüfung gegen 663,43 g/mol
  • Karl-Fischer — Restwassergehalt, Spezifikation ≤ 5,0 %
  • ICP-MS — Schwermetallbefund, Spezifikation ≤ 10 ppm

Die Kombination ist der Punkt: HPLC allein sagt, wie einheitlich das Material ist, aber nicht, was es ist. Erst die Massenprüfung schließt aus, dass eine saubere Substanz die falsche Substanz ist.

Formate und Verfügbarkeit

NAD+ ist als 500 mg, 1000 mg gelistet, preislich von 0,55 € bis 0,95 €. Ab fünf Einheiten derselben Größe greift die Mengenstaffel. Für laufende Versuchsreihen ist die größere Einheit meist die ruhigere Wahl — ein Chargenwechsel mitten in einer Messreihe erzwingt sonst eine neue Referenzbestimmung.

Der Preis pro Milligramm unterscheidet sich zwischen den Formaten und ist der belastbarere Vergleichswert als der reine Fläschchenpreis. Für die Umrechnung von Einwaage in Massen- oder Stoffmengenkonzentration steht der Rekonstitutionsrechner im Werkzeugbereich zur Verfügung, der beide Größen ohne manuellen Zwischenschritt berechnet.

Referenzquellen

Keiner der verglichenen deutschen Anbieter belegt seine Stoffangaben mit einer nachprüfbaren Quelle. Wir tun das, weil ein Referenzwert, den man nicht nachschlagen kann, kein Referenzwert ist. Alle Kennungen unten wurden gegen PubChem und PubMed aufgelöst, nicht aus dem Gedächtnis notiert:

NAD+

Substanzeintrag: PubChem CID 5892 — aufgelöst über 53-84-9. Dort stehen Summenformel, Molekülmasse und Synonyme in einer Fassung, die sich gegen unsere Angaben prüfen lässt.

  • Bresque M et al., Antioxid Redox Signal, 2023. Nicotinamide Adenine Dinucleotide (NAD(+))-Dependent Signaling in Neurological Disorders. PMID 37288742 · doi:10.1089/ars.2023.0241
  • Griffiths HBS et al., Biochem Soc Trans, 2020. Nicotinamide adenine dinucleotide (NAD+): essential redox metabolite, co-substrate and an anti-cancer and anti-ageing therapeutic target. PMID 32573651 · doi:10.1042/BST20190033
  • Kang S et al., Cells, 2024. Novel Approach to Skin Anti-Aging: Boosting Pharmacological Effects of Exogenous Nicotinamide Adenine Dinucleotide (NAD(+)) by Synergistic Inhibition of CD38 Expression. PMID 39513906 · doi:10.3390/cells13211799

Die genannten Arbeiten belegen, dass die Substanz Gegenstand publizierter Forschung ist. Sie sind keine Aussage über Eignung, Sicherheit oder Nutzen — die Materialien sind ausschließlich für die Laborforschung bestimmt.

Einordnung

NAD+ gehört im Katalog zur Gruppe Zelluläre Forschung. Analytisch benachbart sind SS-31, MOTS-c, Humanin — verwandte Fragestellungen, aber eigene Sequenzen, eigene Massen und eigene Zertifikate. Chargendaten werden zwischen Materialien nie übertragen.

Research Use Only. NAD+ ist ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt. Das Material ist kein Arzneimittel, kein Lebensmittel und kein Kosmetikum und nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt. Zu Fragestellungen am Menschen machen wir bewusst keine Angaben.

Häufige Fragen

Welche Sequenz hat NAD+?

Kein Peptid — Dinukleotid — 3 Aminosäuren, Summenformel C21H27N7O14P2, Molekülmasse 663,43 g/mol.

Welche Reinheit erreicht NAD+ realistisch?

Die Spezifikation liegt bei ≥ 99 % HPLC. Bei 2 Kupplungsschritten ist das analytisch plausibel. Deutlich höhere beworbene Werte sind bei dieser Materialklasse kritisch zu bewerten.

Wie wird NAD+ gelagert?

Ungeöffnet bei −20 °C lichtgeschützt lagern; für den Versand ist das Lyophilisat bei Raumtemperatur über mehrere Tage stabil. Nach Rekonstitution bei 2–8 °C lagern und wiederholtes Auftauen vermeiden.

Ist NAD+ ein Arzneimittel?

Nein. NAD+ ist Referenzmaterial für die Laborforschung, besitzt keine arzneimittelrechtliche Zulassung und ist nicht zur Anwendung am oder im menschlichen oder tierischen Körper bestimmt.